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Tag der offenen Tür 2015

  • Einladung zum Tag der offenen Tür 2015

Tag der Offenen Tür

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Tag der Offenen Tür
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Am 6.3.2009 führten wir unseren Tag der Offenen Tür durch. Nachdem die letzten Baumaßnahmen an unserem Schulgebäude abgeschlossen waren konnten wir uns endlich der interessierten Öffentlichkeit präsentieren. Das Interesse der Bevölkerung an unserem Projekt war sehr groß und auch die verschiedensten Medien zeigten massive Präsenz. Polizeioberkommissar Prieff - unser Kontaktbereichsbeamter vom Abschnitt 64 - zählte insgesamt ca. 400 Besucher.
Begonnen wurde der Abend mit einem informativen Vortrag von Schriftstellerin Frau Kathleen Göbel über die usbekische Stadt Buchara, der Heimat von Baha`ad-Din Naqshband, dem Begründer der mystischen Richtung der Naqshbandiya. Anschließend stellten der Vereinsvorsitzende des Institut Buhara e. V. Berlin, Yasar Erkan und der Schulleiter des IBB, Alexander Weiger, das Projekt einer „Ergänzungsschule für islamische Geistliche“ der Öffentlichkeit vor. Als externe Festredner traten Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich, der Vorsitzende des Bürgervereins Karlshorst Herr Georg Abel, Dr. Andreas Fuhr von der 12 Apostelkirche, Herr Fazli Altin, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Islamischen Föderation Berlin und das Präsidiumsmitglied der Deutschen Islamkonferenz Mohammed Badr vor das Publikum. Kontext aller Redner war, dass eine solche Schule dem „Dorf“ Karlshorst gut zu Gesicht stehen würde. Durch das Programm führte der Conferencier Abdurrahim Dottermusch und abgerundet wurden die Festreden von der Derwischtanzgruppe/Tasawwufgesang.
Nach den Festreden führten Schüler die Gäste durch die Räumlichkeiten des Institut Buhara und die Besucher konnten sich so ein Bild von der Schule und dem angeschlossenen Internatsbereich machen.
Danach gingen wir zum gemütlichen Teil des Abends über und die Gäste konnten sich am Kalten Büffet delektieren und mit Schülern und Funktionären der Schule ins Gespräch kommen.
Nach vier unterhaltsamen Stunden ging unsere Veranstaltung dann gegen 19:00 Uhr dem Ende zu und die letzten Besucher verließen zufrieden das Gebäude. Das Credo der Gäste war durchwegs positiv. (Nur die Medien fanden – wie immer wenn sich die Berichterstattung um Islam dreht – das ein oder andere Haar in der Suppe.

 


 

ImageDer erste Vorsitzende des Institut Buhara e.V. Berlin
Herr Yasar Erkan

Eröffnungsrede Berlin 06.03.2009
GUTEN TAG !
Sehr geehrte Gäste. Es freut mich außerordentlich, Sie alle hier so zahlreich begrüßen zu dürfen. Besonders freue ich mich, dass auch die Frau Bürgermeisterin Emmrich anwesend sein kann.
Mein Name ist Yasar Erkan und ich bin der erste Vorsitzende des Institut Buhara e.V. Berlin, der als Trägerverein dieser Ergänzungsschule für islamische Geistliche gleichen Namens fungiert.

Bevor ich mit meiner Rede beginne, möchte ich etwas Richtigstellen;

Ganz am Anfang der Medienberichterstattung über das Institut Buhara e.V. fiel von Seiten der Vereinsführung der unglückliche Begriff „Import-Imame“. Dieser Begriff entbehrt natürlich nicht einer gewissen Polemik und daher ist es kein Wunder, dass sich so mancher von diesem Begriff angegriffen gefühlt hat.
Wir wollen uns hier in aller Förmlichkeit für die Benutzung dieses Begriffs entschuldigen. Wir wollten damit nicht zum Ausdruck bringen, dass die derzeit in Deutschland tätigen Imame auf irgendeine Weise schlechter qualifiziert seien, als die Imame, die wir gedenken auszubilden. Außerdem passt die Benutzung solch polemischer Begriffe auch schlecht zur Brüderlichkeit innerhalb der Lehre des Sufismus, die man mit „Leben und Leben lassen“ beschreiben könnte. Unser Ziel ist es Einigkeit zwischen den Muslimen herzustellen und nicht Zwietracht zu sähen.


Viele Mitglieder unseres Muttervereins Semerkand e.V., in Berlin-Tiergarten, sind schon seit langem in den verschiedensten sozialen Projekten aktiv. Beispielsweise sind wir in der Betreuung inhaftierter in Berlin Tegel und Plötzen See, in der Kinder- und Jugendarbeit und im interreligiösen Dialog in Berlin-Tiergarten, Schöneberg und Tempelhof tätig. Seit kurzem ist der Semerkand e.V. auch Mitglied im Quartiers Management-Rat. Besonders liegt uns die religiöse Ausbildung von Jugendlichen am Herzen und wir hatten schon lange vor, ein Schulprojekt mit islamischen Hintergrund zu starten. Mit dem Angebot im Jahr 2004 das alte Eisenbahnbetriebsgebäude hier in der Wallsteinstraße zu mieten, sahen wir die Zeit gekommen. Bevor es allerdings an die Inhalte des Projektes gehen konnte, gab es noch sehr viel Arbeit zu erledigen. Mit Gottvertrauen, ehrenamtlichen Einsatzwillen und Begeisterung renovierten wir das Gebäude, so dass es jetzt in einem neuen Glanz einlädt.

 


Als nächstes haben wir uns mit den Inhalten des Projektes beschäftigt. Uns war klar, das die Politik sich muslimische Geistliche wünscht, die ihre Wurzeln in der hiesigen Gesellschaft haben, Probleme und Mentalitäten ihrer deutschen Heimat kennen und als Brückenbauer zwischen den Muslimen und der Gesellschaft fungieren können. Nachdem wir von vielen Menschen dazu ermutigt worden, entschlossen wir uns endgültig etwas Neues zu wagen. Wir wollen Imame ausbilden.
Nachdem wir ausreichend Fachpersonal gefunden hatten, das dazu bereit war, ehrenamtlich bei der Ausbildung der Jugendlichen mitzuwirken, wollten wir erst einmal einen Versuchsballon starten lassen und so begannen wir vor eineinhalb Jahren damit, sechswöchige Seminare für Jugendliche anzubieten, die Interesse an einer Weiterbildung in der Religion haben. Die Seminare waren ein voller Erfolg! Die Nachfrage von Seiten der Jugendlichen war von Anfang an groß und auch der Unterhalt des Gebäudes mitsamt der Vollverpflegung der Studenten funktionierte vom ersten Tage an gut: Wir fanden immer genug Mitglieder, die sich dazu bereit fanden, ehrenamtlich in der Küche, bei der Gartengestaltung oder dem weiteren Ausbau des Gebäudes mitzuhelfen. Auch unser Finanzierungskonzept aus einer Mischung von Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Seminargebühren ging auf. Da auch viele der Jugendlichen, die die Seminare besuchten, Interesse daran bekundeten, eine komplette Ausbildung zum islamischen Geistlichen zu machen, wagten wir den zweiten Schritt und meldeten unser Konzept für eine private Ergänzungsschule beim Bildungssenat an.
Nun, nach fast sechsjähriger Renovierung des Gebäudes, nach der Investition von tausenden Stunden ehrenamtlicher Arbeit und noch mehr Euros, können wir endlich daran gehen, unser Schulprojekt zu starten. Ich möchte ganz herzlich allen Leuten danken, die uns so großartig unterstützt haben. Viele unserer Mitglieder haben fast jedes Wochenende unermüdlich beim Ausbau des Gebäudes mitgeholfen. Andere haben uns über die Jahre hinweg immer wieder mit kleineren und größeren finanziellen Zuwendungen dazu verholfen, dass wir unser Projekt zu Ende führen konnten. Und wieder andere helfen uns jetzt, durch Hausmeistertätigkeiten, Gartenarbeit, bei der Reinigung des Gebäudes und in der Küche.
Möge Gott mit Euch allen zufrieden sein!

Ganz herzlich möchte ich mich auch bei den zuständigen Stellen des Bezirksamt Lichtenberg bedanken, die unser Anliegen von Anfang an unterstützt haben. Besonders hervorzuheben ist dabei die kooperative Zusammenarbeit mit dem Bauamt und die ebenfalls enge Zusammenarbeit mit der Polizei.
In unserer Bürgermeisterin Frau Emmrich haben wir eine weitere wertvolle Unterstützerin gefunden.
Wir sind stolz darauf, dass unsere Schule hier in Karlshorst beheimatet ist, denn hier gibt es noch ein intaktes Dorfleben, wie man an der eindrucksvollen Arbeit des Bürgervereins Karlshorst sehen kann.
Wir hoffen, dass wir mit unseren Nachbarn in einem harmonischen Neben- und Miteinander gut auskommen werden und danken nochmals allen ganz herzlich für ihr kommen.

Somit eröffne ich unseren “Tag der Offenen Tür.“ Danke...

 

 


 

ImageSchulleiter des IBB. Herr Alexander Weiger

Als erstes möchte ich mich Ihnen vorstellen. Mein Name ist Alexander Weiger. Ich bin Politikwissenschaftler, unterrichte hier die Fächer Deutsch und Gesellschaftskunde und bin nebenbei noch der Schulleiter des IBB.
Zunächst möchte ich über die formelle Ausbildung in unserer „Ergänzungsschule für islamische Geistliche“ sprechen.
Das Studium dauert insgesamt sechs Jahre und ist in ein dreijähriges Grundstudium und ein dreijähriges Hauptstudium aufgeteilt. Im Grundstudium soll den Schülern das nötige Handwerkszeugs mit auf den Weg gegeben werden, das für die Absolvierung des Hauptstudiums unerlässlich ist. Im Hauptstudium wird dann, aufbauend auf die Grundkenntnisse in Arabisch, Koran und Religion, die im Grundstudium erworben wurden, Logik, Koraninterpretation, Dialektik, Prophetenüberlieferungen und Leben des Propheten gelehrt. Außerdem werden die Schüler im Grundstudium auch Türkisch- und Kunstunterricht haben und die Fächer Deutsch und Gesellschaftskunde werden sie ihre ganze Studienzeit über begleiten. .Dadurch soll die Artikulationsfähigkeit der Schüler verbessert werden und sie sollen fundierte Kenntnisse über die deutsche und europäische Kultur, Geschichte und Gesellschaft erwerben. Damit soll es ihnen ermöglicht werden, einen Dialog mit den Behörden und den verschiedenen gesellschaftlichen und religiösen Gruppen aufzubauen. Denn nur durch eine Zusammenarbeit mit möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen können Vorurteile abgebaut werden und so das Gebäude einer friedlichen und multikulturellen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts errichtet werden.
Neben der normalen schulischen Ausbildung legen wir besonderen Wert auf die Charakterbildung der Jugendlichen. Im Sinne des Sufismus wollen wir erreichen, dass unsere Schüler solche Tugenden wie Brüderlichkeit, Nächstenliebe, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Respekt und Anstand verinnerlichen.
Moses sprach: „O Herr, wer ist der gerechteste Deiner Diener?“ Gott antwortete: „Wer den anderen so behandelt, wie sich selbst.“
Dieser Ausspruch Gottes ist die Grundregel allen tugendhaften Verhaltens. Wer ihn beherzigt, zeigt automatisch Respekt im Umgang mit seinem Mitmenschen und verhält sich brüderlich. Das Gebot der Brüderlichkeit ist für den Muslim dasselbe wie für den Christen die Nächstenliebe. Gott kann man am besten dienen, indem man dieses göttliche Gebot befolgt: „Und dient Allah und setzt Ihm nichts an die Seite. Und seid gut zu den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Armen und dem Nachbarn, sei er einheimisch oder aus der Fremde, zu den Kollegen [und] den Reisenden“ (Die Frauen, Vers 36). So verstehen wir unsere Religion und so wollen wir sie unseren Schülern auch vermitteln.

 



Im Sufismus genießt Hizmet einen sehr hohen Stellenwert. Hizmet bedeutet Dienstleistung an den Geschöpfen Gottes. Auch unser Schulprojekt sehen wir als Dienstleistung an. Damit wollen wir die Zufriedenheit Gottes durch die Dienstleistung der Ausbildung fähiger islamischer Geistlicher, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in einer freien, multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft gewachsen sind, erlangen. Der Dienst an der Schöpfung Gottes und hier natürlich besonders am Menschen, ist der beste Weg, diese Zufriedenheit Gottes zu erreichen.
Aus diesem Grund sind auch viele Mitlieder unseres Trägervereins Institut Buhara e. V. Berlin in der ehrenamtlichen Sozialarbeit tätig. So beispielsweise bei der Gefangenbetreuung in der Haftanstalt Tegel. Sie stehen im Dialog mit anderen Religionsgruppen und sind in der Kinder- und Jugendarbeit sehr aktiv. Unsere Religion gebietet uns, alle Menschen als Brüder anzusehen und deshalb ist es oberste Muslimenpflicht, dafür zu sorgen, dass es der gesamten Gesellschaft besser geht. Unsere aller Kinder wachsen in Deutschland auf und werden voraussichtlich ihr gesamtes Leben in der deutschen Gesellschaft verbringen. Viele von unseren Mitgliedern und deren Kindern sprechen besser deutsch als türkisch und sind von der deutschen Mentalität geprägt. Daher hätten die meisten von ihnen Schwierigkeiten Anschluss an die Gesellschaft in der Türkei zu finden, da die Mentalitätsunterschiede einfach zu groß sind. Unsere Zukunft liegt in Deutschland und deshalb können und wollen wir uns nicht davor drücken, an der Gestaltung der deutschen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts aktiv mitzuwirken. Indem wir also islamische Geistliche ausbilden, die Wissen sowohl über die Welt als auch über ihre Religion besitzen und darüber hinaus auch noch fest in der deutschen Gesellschaft verwurzelt sind, können wir einen Beitrag dazu leisten, die Mitglieder unserer Religionsgemeinschaft besser in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Dankeschön

 

 

ImageBezirksbürgermeisterin von Lichtenberg
Frau Christina Emmrich

Die Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich begrüßt die Eröffnung der Imamschule und freut sich auf die künftige Zusammenarbeit

 

 

 

 

 

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Der erste Vorsitzende des Bürgervereins Karlshorst
Herr Georg Abel

Frau Emmrich, Herr Erkan, Herr Weiger,
meine Damen und Herren,

vielen Dank für die Einladung zum heutigen Tag der Offenen Tür und für die Möglichkeit, hier als Vorsitzender für den Bürgerverein Karlshorst sprechen zu können.

Rund drei Millionen Muslime leben in Deutschland, mehrere Hunderttausend Muslime sind hier groß geworden und haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Über das Recht auf ungestörte Religionsausübung brauchen wir nicht wirklich zu diskutieren, dies ist in unserer Verfassung geregelt.

Zur Religionsausübung gehört auch die Ausbildung eines entsprechenden geistlichen Nachwuchs. Das Instituts Buhara setzt hier auf einen modernen Ansatz, nämlich auf die Ausbildung von Geistliche, die in diesem Land sozialisiert wurden, die die deutsche Sprache sprechen und so Gemeindemitglieder besser ansprechen können. Dieser Ansatz ist für mich auch ein sehr sinnvoller Beitrag zur Integration.

Gegen Vorurteile, die es auch beim Thema Islam gibt, helfen bekanntermaßen nur Dialog und Offenheit. Der heutige Tag der Offenen Tür belegt die Offenheit des Institut Buhara. Und doch kann dieser Tag nur ein Mosaikstein im notwendigen umfassenden Dialog mit dem Islam sein.

Der Bürgerverein hatte schon vor einigen Wochen die Gelegenheit, sich diese Einrichtung anzusehen und mit den Verantwortlichen zu sprechen. Wir haben sie dabei als herzliche Gastgeber kennen- und offene Gesprächspartner schätzen gelernt. Auch das ehrenamtliche Engagement beim Aus- und Umbau des Gebäudes hat uns – als selbst ehrenamtlich Tätige – beeindruckt.

Karlshorst ist ein seit Jahren wachsende Stadtteil. Viele Menschen sind in den letzten Jahren hierher gezogen und schätzen diesen Teil Berlins. Wir sind ein lebenswerter und „bunter“ Stadtteil. Mit einem großen und vielfältigen gesellschaftlichem Engagement und vielen Aktivitäten zahlreicher Organisationen. Wir freuen uns deshalb, wenn das Institut sich zukünftig an diesen Aktivitäten im Stadtteil beteiligt und diese dadurch bereichert.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg für Ihre Arbeit und freue mich auf eine Zusammenarbeit, die wir schon bei unserem treffen besprochen haben.